Teilnahme an den Befreiungskriegen gegen Napoleon als Brandenburgisches
Dragoner-Regiment No.5 "Prinz Wilhelm".
Nach der Schlacht von Groß-Görschen, am 2. Mai 1813, wurden die Vier Stamm-Esquadrons wieder
zusammengefügt. Ein Jägerdetachement kam hinzu. In diesen Jahren hat das Regiment an verschiedenen
Schlachten teilgenommen. Am meisten ausgezeichnet hat es sich in der Schlacht von Dennewitz am
6. September. General Tauentzien schrieb nach der Schlacht an den König:
"Die Esquadrons dieses braven Regimente haben sich dergestalt ausgezeichnet, dass sie es verdienen,
in den Annalen der preußischen Kriegsgeschichte genannt zu werden."

Nach der Niederlage Napoleons in den Schlachten von Ligny und Waterloo fand am 3. September 1815
in Paris die große Siegesparade statt, an der auch die Brandenburgischen Dragoner teilnahmen. Hier
fiel dem König auf, dass die Dragoner nicht den Standartsäbel trugen, sondern erbeutete Säbel der
französischen leichten Kavallerie. Als Anerkennung für das Regiment erlaubte der König das Tragen der
Säbel "für alle Zeiten".
Am 6. 10.1820 rückte das Regiment wieder in Schwedt ein.
In den Jahrzehnten bis 1866 wurde das Regiment zwar einige Mal mobilisiert, gelegentlich in Marsch
gesetzt wie 1851 und 1859, kam jedoch zu keinem größeren Einsatz.

1866 - 1871
Teilnahme an den Deutschen Einigungskriegen; 1866 im Feldzug gegen Österreich und 1870/71 gegen
Frankreich.


1914 - 1918
Teilnahme am I. Weltkrieg
Im März 1917 mußten sich die Dragoner von ihren Pferden trennen und kämpften im Grabenkampf bis
zum November 1918 an der Westfront.
1920
In der neu geschaffene Reichswehr bildete die noch vorhandenen Teile des alten Regiments ein
Bestandteil des neu gebildeten Reiter-Regiment 6.
1937
Verlegung des Regiments nach Darmstadt.
1939
Auflösung des Regiments und Schaffung verschiedener Aufklärungseinheiten, bis hin zur Neubildung
von Reiter-Regimentern.
1939 - 1945
Militärischer Widerstand
Im Zusammenhang mit dem Attentat des Grafen Stauffenberg vom 20.Juli 1944 wurde das
Reiter-Regiment 31 unter Philipp v. Boeselager am 18.Juli alarmiert.
Georg v. Boeselager, der als Kommandeur der 3. Kavallerie-Brigade vorgesehen war und einige
Mitglieder des Stabes der Brigade waren Mitglieder des militärischen Widerstandes und versuchten,
diesen auf diese Weise zu unterstützen. Am 18. Juli wurde an die Schwadronen Munition ausgegeben
und sie nach Westen in Marsch gesetzt.
Offiziell galten die 1200 Mann der Schwadrone als Vermisste.
In Gewaltritten ging es nach Westen. Am 20.Juli hatte Georg v. Boeselager - nach einem Ritt von 200 km
in knapp 36 Stunden - sechs Schwadronen mit 1200 Mann westlich des Bug gesammelt.
Die Truppe sollte - im Falle eines gelungenen Attentats - von einem polnischen Feldflugplatz aus den Flug
nach Berlin antreten, um dort den Verschwörern zur Verfügung zu stehen. Am Nachmittag des 20. Juli
erreichte Philipp v. Boeselager, der Führer der sechs Schwadronen, die Nachricht vom missglückten Attentat.
Die Schwadrone wurden umgedreht und schleunigst wieder an die Front geführt, um nicht mit dem Attentat
in Verbindung gebracht zu werden.
Keiner der Teilnehmer an diesem Unternehmen konnte später von der Gestapo ermittelt werden!
Seit 1964
Traditionspflege in der Bundeswehr.
Seit 1964 trägt eine Einheit der Bundeswehr den "Schwedter Adler" als Traditionszeichen.
Dieses Zeichen und sein heutiges Devisenband "Enigkeit-Recht-Freiheit" machen deutlich,
das Pflege soldatischer Tugenden, eine sinnvolle Auswahl von Werten, über alle Zeitgrenzen
hinweg und das Eintreten für die freiheitlich demokratische Grundordnung kein Widerspruch sind.
Textquellen
Geschichte des Königlich- Preußischen Zweiten Dragoner-Regiments
P.v. Probst, Schwedt/ Berlin 1841
"Schwedter Adler"
OSL d.R. Prof. Dr. Josef Gerhard Farkas
Munster/ Berlin 1989
Bildquellen
Rittmeister Hofkammerrad Dr. Wühlisch
Berlin 1889